Lesestoff Lesestoff

Your notepad is empty

Your basket is empty

German English

More about...

Reich-Ranicki, Marcel...
AUTOBI2000 Autobiographien ...
Bundesrepublik Deutschland ...
Judenverfolgung
Literaturkritiker
REICH4000 Reich-Ranicki, ...
Reich-Ranicki, Marcel...
Warschau
Deutscher Taschenbuchverlag ...

 


 

Mein Leben "Dieses Buch gehört zu den großen Geschichtserzählungen unseres Jahrhunderts."Peter von Becker im "Tagesspiegel"Die Gelegenheit: Jetzt als günstige Studienausgabe!Marcel Reich-Ranicki, viel bewundert und viel gescholten, ist so bekannt und populär, so einflußreich und schließlich auch so umstritten wie wohl kein deutscher Kritiker zuvor. Mit seinem "Literarischen Quartett" beweist er seit 1988, daß die Vermittlung von anspruchsvoller Literatur im Fernsehen höchst unterhaltsam sein kann. Was steckt hinter Reich-Ranickis unvergleichlichem Aufstieg, hinter diesem unglaublichen Erfolg? Als er, kaum neun Jahre alt, aus seiner polnischen Geburtsstadt Wloclawek nach Berlin übersiedelt, verabschiedet ihn seine Lehrerin mit den Worten: "Du fährst, mein Sohn, in das Land der Kultur." Doch das Land der Kultur stellt sich schon dem Kind nicht ohne düstere Seiten dar. Wie ein roter Faden zieht sich diese widerspruchsvolle Erfahrung durch sein weiteres Leben: Das Glück, das er der deutschen Literatur verdankt, der Musik und dem deutschen Theater, ist untrennbar verknüpft mit der Angst vor der deutschen Barbarei. Im Jahre 1938 wird Reich-Ranicki nach Polen deportiert. Als Jude erfährt er im Warschauer Getto die schrecklichsten Demütigungen, die Menschen Menschen bereiten können. Zusammen mit seiner Frau Tosia überlebt er das Inferno. Im Polen der Nachkriegsjahre wird er Kommunist und Zeuge des größten Verrats an der Idee einer gerechten Gesellschaft. 1958 kehrt er nach Deutschland zurück und wird beinahe sofort als Kritiker anerkannt.

additional texts...

Summary

Mit seinem "Literarischen Quartett" beweist Marcel Reich-Ranicki seit 1988, dass die Vermittlung von anspruchsvoller Literatur im Fernsehen höchst unterhaltsam sein kann. In diesem Buch zeigt sich der Literaturkritiker als temperamentvoller und anschaulicher Erzähler. Farbig, pointiert und anekdotenreich schildert er die Stationen seines so bewegten wie bewegenden Lebens.

Additional Text

"Dieses Buch gehört zu den großen Geschichtserzählungen unseres Jahrhunderts."Peter von Becker im Tagesspiegel
Die Gelegenheit: Jetzt als günstige Studienausgabe! Marcel Reich-Ranicki, viel bewundert und viel gescholten, ist so bekannt und populär, so einflußreich und schließlich auch so umstritten wie wohl kein deutscher Kritiker zuvor. Mit seinem "Literarischen Quartett" beweist er seit 1988, daß die Vermittlung von anspruchsvoller Literatur im Fernsehen höchst unterhaltsam sein kann. Was steckt hinter Reich-Ranickis unvergleichlichem Aufstieg, hinter diesem unglaublichen Erfolg? Als er, kaum neun Jahre alt, aus seiner polnischen Geburtsstadt Wloclawek nach Berlin übersiedelt, verabschiedet ihn seine Lehrerin mit den Worten: "Du fährst, mein Sohn, in das Land der Kultur." Doch das Land der Kultur stellt sich schon dem Kind nicht ohne düstere Seiten dar.
Wie ein roter Faden zieht sich diese widerspruchsvolle Erfahrung durch sein weiteres Leben: Das Glück, das er der deutschen Literatur verdankt, der Musik und dem deutschen Theater, ist untrennbar verknüpft mit der Angst vor der deutschen Barbarei. Im Jahre 1938 wird Reich-Ranicki nach Polen deportiert. Als Jude erfährt er im Warschauer Getto die schrecklichsten Demütigungen, die Menschen Menschen bereiten können. Zusammen mit seiner Frau Tosia überlebt er das Inferno. Im Polen der Nachkriegsjahre wird er Kommunist und Zeuge des größten Verrats an der Idee einer gerechten Gesellschaft. 1958 kehrt er nach Deutschland zurück und wird beinahe sofort als Kritiker anerkannt.

Bibliographic data:
Publisher: Deutscher Taschenbuchverlag GmbH u.Co KG, München
ISBN-13: 978-3-423-13056-1 | ISBN-10: 3-423-13056-3
Serial No.: 13056
Pages: 565 S.
Binding: Kartoniert, Paperback
Product type: Taschenbuch
Article No.: 1042458
Shop-OID: 1071676
Publishing year: 2003

Catagory:
Goods group: Sozialwissenschaften

Last update:
07/30/2010 20:55:02

Check availability online Availability check from our suppliers.
Query runs. Please wait... Loading ...
Query was not successful.



Kartoniert, Paperback; CHF 17.90 Add article to the basket

Mein Leben
Close

Leseprobe

Ist ein Traum
Es ist der 12. März 1999, Tosias Geburtstag, der Tag, an dem ihr achtzigstes Lebensjahr beginnt. Wir sind allein, es ist sehr still, ein später Nachmittag. Sie sitzt, wie immer, auf dem schwarzen Sofa vor einer unserer Bilderwände, hinter ihr die Porträts von Goethe, Kleist, Heine und Fontane, von Thomas Mann, Kafka und Brecht. Auf dem Schränkchen neben dem Sofa stehen einige Fotos: Andrew, mein Sohn, jetzt fünfzig Jahre alt, nach wie vor Professor der Mathematik an der Universität von Edinburgh, und Carla, seine Tochter, bald zwanzig Jahre alt, Studentin der Anglistik an der Universität von London.
Ich sitze Tosia gegenüber und tue nichts anderes als das, womit ich einen beträchtlichen Teil meines Lebens verbracht habe: Ich lese einen deutschen Roman. Aber ich kann mich nicht recht konzentrieren und lege das Buch auf den niedrigen Tisch. Für einen Augenblick trete ich auf unseren großen, viel zu selten benutzten Balkon. Das Wetter ist freundlich und angenehm, die Sonne geht unter, es ist ein schönes, vielleicht, wie üblich, ein etwas zu schönes, ein gar zu feierliches Schauspiel. Ich kann mich nicht erinnern, von diesem Balkon aus, obwohl wir hier schon über 24 Jahre wohnen, einen Sonnenuntergang gesehen zu haben. Ist mir Natur etwa gleichgültig? Nein, gewiß nicht. Aber mir ergeht es wie manch einem deutschen Schriftsteller - sie langweilt mich rasch. Auch jetzt werde ich etwas unruhig und kehre unschlüssig ins Wohnzimmer zurück.
Tosia liest ein polnisches Buch, es sind Gedichte von Julian Tuwim. Ganz leise setze ich mich hin, ich will sie nicht stören. Sucht sie in der Lyrik ihre, unsere Jugend? Bald werden es sechzig Jahre sein, daß wir zusammen sind. Immer wieder haben wir versucht, unsere Trauer zu vergessen und unsere Angst zu verdrängen, immer wieder war die Literatur unser Asyl, die Musik unsere Zuflucht. So war es einst im Getto, so ist es bis heute geblieben. Und die Liebe? Ja, es gab Situationen, unter denen Tosia viel gelitten hat. Es gab auch, weit seltener freilich, Situationen, unter denen ich gelitten habe. In seinem "Tristan" schrieb vor etwa achthundert Jahren Gottfried von Straßburg: "Wen nie die Liebe leiden ließ, / dem schenkte Liebe niemals Glück." Wir haben viel Leid erfahren, und viel Glück wurde uns geschenkt. Doch was auch geschah, an unserer Beziehung hat es nichts geändert, nichts.
Es ist immer noch ganz still, man hört kaum einen Hauch. Tosia blickt vom Buch auf und sieht mich an, lächelnd und fragend, als würde sie spüren, daß ich ihr etwas mitzuteilen habe. "Weißt du, jetzt, auf unserem Balkon, als die Sonne unterging, da ist mir eingefallen, womit ich das Buch abschließen werde." "Ja", sagt sie erfreut und will wissen: "Womit?" "Mit einem Zitat." Ich schweige, sie lächelt wieder, diesmal, wie mir scheint, mild ironisch: "Und du meinst, daß mich das überrascht? Also los: Was zitierst Du?" "Ein schlichtes Wort von Hofmannsthal" - antworte ich. Sie wird etwas ungeduldig: "Ja, aber was denn nun? Verrat' es mir doch endlich." Ich zögere einen Augenblick, dann sage ich: "Also enden soll das Buch mit den Versen:
Ist ein Traum, kann nicht wirklich sein,daß wir zwei beieinander sein."

This Article is also available as:

Mein Leben Taschenbuch
Kartoniert, Paperback; 2005
CHF 13.90

Mein Leben

Mein Leben Hardcover
Gebunden; 2000
CHF 45.90

Mein Leben

Reich-Ranicki, Marcel

Marcel Reich-Ranicki, geboren 1920 in Wloclawek an der Weichsel, ist in Berlin aufgewachsen. Er war 1960 - 1973 ständiger Literaturkritiker der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" und leitete 1973 - 1988 in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die Redaktion für Literatur und literarisches Leben. In den Jahren 1968/69 lehrte er an amerikanischen Universitäten, 1971 - 1975 war er ständiger Gastprofessor für Neue Deutsche Literatur an den Universitäten von Stockholm und Uppsala, seit 1974 ist er Honorarprofessor an der Universität Tübingen, in den Jahren 1991/1992 bekleidete er die Heinrich-Heine-Gastprofessur an der Universität Düsseldorf. Seit 1988 leitete er das "Literarische Quartett" im Zweiten Deutschen Fernsehen.
Reich-Ranicki erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem: die Ehrendoktorwürde der Universitäten Uppsala, Augsburg, Bamberg und Düsseldorf, den Ricarda-Huch-Preis (1981), den Thomas-Mann-Preis (1987), den Bayerischen Fernsehpreis (1991), den Ludwig-Börne-Preis (1995), die Ehrendoktorwürde der Berliner Humboldt-Universität (2007), den Henri Nannen Preis für sein journalistisches Lebenswerk (2008) sowie die Ehrenmedaille für Literatur der Ludwig-Börne-Stiftung (2010).